I Ging

Mancy

Definition

Das chinesische Buch der Wandlungen (易經), ein Wahrsagesystem auf der Basis von 64 Hexagrammen — sechszeiligen Figuren aus unterbrochenen (Yin) und durchgezogenen (Yang) Strichen — begleitet von alten Deutungstexten.

Ursprung

Das Kernsystem der Hexagramme stammt aus der westlichen Zhou-Dynastie (ca. 1000 v. Chr.). Die Zehn Flügel, ein Korpus von Kommentaren, der Konfuzius und seiner Schule zugeschrieben wird, wurden in der Han-Dynastie (ca. 200 v. Chr.) hinzugefügt und ergaben die kanonische Form.

Entwicklung

Die traditionelle Befragung nutzt Schafgarbenstängel (in einem komplexen Ritual von Hand gezählt) oder drei Münzen (schneller). Jede Methode erzeugt ein Hexagramm, mitunter mit wandelnden Linien, die auf ein zweites Hexagramm verweisen. Moderne Apps bilden den Zufallsschritt nach.

In der Praxis

Formuliere eine klare Frage. Erzeuge ein Hexagramm mit Schafgarbe oder Münzen. Lies die Urteils- und Bildtexte des Hexagramms, dann die Texte der wandelnden Linien, dann das resultierende Hexagramm. Die Lesung beschreibt die Dynamik der gegenwärtigen Lage und die wahrscheinliche Entwicklung.

Vertiefung

Richard Wilhelms deutsche Übersetzung von 1923 (mit Vorwort von Carl Jung) führte das I Ging in den Westen ein und prägte die westliche Wahrsagephilosophie. Jung verwendete das I Ging in seinen späten Schriften als Hauptbeispiel für die Synchronizität — sinnvoller Zufall.

Siehe auch

  • Yi Jing
  • Buch der Wandlungen
  • Zhouyi
  • 易經