Chakren

Esoteric

Definition

Energiezentren im feinstofflichen Körper, im modernen westlichen System traditionell sieben — Wurzel, Sakral, Solarplexus, Herz, Hals, drittes Auge, Krone — jeweils mit physischen, emotionalen und spirituellen Funktionen verbunden.

Ursprung

Das Chakra-Konzept stammt aus tantrisch-hinduistischen und buddhistischen Texten (etwa 8.–12. Jahrhundert), besonders dem Kubjikamata-Tantra. Verschiedene historische Tantra-Systeme nutzen 5, 6, 7, 12 oder mehr Zentren; das Siebener-Schema ist eine spezifische Tradition unter vielen.

Entwicklung

Das vertraute Sieben-Chakren-System gelangte über Sir John Woodroffes The Serpent Power (1919, Übersetzung zweier Sanskrittexte) in den Westen. C. W. Leadbeaters theosophische Illustrationen verliehen den Chakren die heute übliche Regenbogenfarbenzuordnung — Farben ohne traditionelle textliche Grundlage.

In der Praxis

Moderne Chakra-Arbeit umfasst Meditation auf einzelne Zentren, Klangheilung (Bija-Mantras), Kristallzuordnungen (ein Stein je Zentrum), Yoga-Haltungen für bestimmte Chakren und Energieausgleichsmodalitäten wie Reiki. Jedes Zentrum wird je nach Tradition „geöffnet", „geschlossen" oder „ausbalanciert".

Vertiefung

Die Forschung des Anthropologen Geoffrey Samuel zeigt, dass moderne westliche Chakra-Praxis sich erheblich von traditionellen tantrischen Anwendungen unterscheidet, die in komplexen rituellen und ethischen Rahmen eingebettet waren. Die westliche Variante betont Wohlbefinden und psychologische Entsprechungen; die tantrische war ein Yoga der Befreiung. Beide sind legitime Praktiken mit unterschiedlichen Zielen.

Siehe auch

  • Energiezentren
  • Zentren des feinstofflichen Körpers
  • Chakra