Keltisches Kreuz

Tarot

Definition

Eine Tarot-Legung mit 10 Karten in Kreuzform plus vertikalem Stab, die durch mehrere Positionsbedeutungen eine ausführliche Analyse einer Situation liefert.

Ursprung

Trotz des Namens hat die Legung keine belegten keltischen Wurzeln. A. E. Waite popularisierte sie auf Englisch in The Pictorial Key to the Tarot (1910), wo er sie als „eine alte keltische Methode" präsentierte — wahrscheinlich eine Marketingfloskel.

Entwicklung

Die Positionsbedeutungen variieren zwischen Lehrern, doch das kanonische Waite-Layout nutzt: 1. Der Fragende / Kern der Sache, 2. Die kreuzende Karte (Herausforderung), 3. Darunter (Grundlage), 4. Hinter (Vergangenheit), 5. Darüber (bewusstes Ziel), 6. Vor (nahe Zukunft), 7. Haltung des Fragenden, 8. Äußere Einflüsse, 9. Hoffnungen und Ängste, 10. Endergebnis.

In der Praxis

Anfänger empfinden das Keltische Kreuz oft als überwältigend, weil 10 Karten Dutzende Wechselwirkungen erzeugen. Viele moderne Leser kürzen es auf 7 oder 8 Positionen, lassen „Hoffnungen und Ängste" als redundant weg oder nutzen es nur für große Lebensfragen.

Vertiefung

Kritiker bemerken, dass die Linearität der Legung (Vergangenheit → Zukunft) nicht recht zum nicht-deterministischen Ethos des Tarot passt. Befürworter entgegnen, die Positionen 5–10 seien bedingt, nicht schicksalhaft, und die Legung kartiere einen Möglichkeitsraum statt einer festen Abfolge.

Siehe auch

  • Waite-Legung
  • alte keltische Methode
  • Keltenkreuz